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Außen hui, innen pfui? --> Der YogaMeister Nr.: #003
February 22, 2003
Hallo

Glück finden wir nur im Einklang mit den Gesetzen der Schöpfung. Aber seit langer, langer Zeit sind diese Gesetze in Vergessenheit geraten. Komm mit! Der YogaMeister führt dich in die Inneren Räume der Wirklichkeit. Dort offenbart er dir die zeitlosen Prinzipien des Lebens. Dort findest du alles Glück der Welt...

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21. Februar 2003 - Nr.: #003

INHALTSVERZEICHNIS

1) Einleitung

2) Wie innen, so außen: Gedanken zur Sauberkeit...

  • Die Wurzel allen Übels
  • Intellektuelle Unsauberkeit
  • Mentale Unsauberkeit
  • Körperliche Unsauberkeit
  • Eine saubere Sache...


Einleitung...

Der YogaMeister ist heute ein bißchen müde. Er hält sich nämlich bei einem alten Schulfreund auf, der kein Yogameister ist. Und da hat er in Abwesenheit dieses Freundes die ganze Küche ganz ordentlich geputzt. Fünf Stunden hingebungsvollste Reinigungsbemühung.

Andere gehen ins Fitnessstudio, der YogaMeister reinigt seine Umgebung. Jetzt hat er Muskeln wie Arnie, fast... Aber die Küche jedenfalls ist nicht mehr wiederzuerkennen!

Womit wir schon beim Thema wären: Was assoziieren wir mit Küche? Klar, Essen natürlich.

Und was assoziiere ich, der YogaMeister, noch mit Küche?

Na, das ist wohl offensichtlich nach der stundenlangen Plagerei: Sauberkeit, und noch einmal Sauberkeit, das kommt dem YogaMeister spontan in den Sinn. Und zufrieden schaut er durch die Küchentür...

Was ist interessanter, Essen oder Sauberkeit? Womit wollen wir beginnen?

Na, essen ist wohl einfacher, aber Essen gekocht in einer sauberen Küche schmeckt wohl allemal besser als eine Mahlzeit in einer Spelunke, wo vielleicht im Hinterhof die Ratten herumrennen.

Darum schlägt der YogaMeister vor, mit der Sauberkeit zu beginnen. Anschließend werden wir uns noch dem lustvollen Vorgang des Essens widmen, aber der YogaMeister - nomen est omen - wird sich natürlich mit der saubersten und fröhlichsten Form des Essens auseinandersetzen, mit der Kunst, wie die Götter zu speisen...

Richtig: mit dem Vegetarismus in seiner vedischen Perfektion...


Wie innen, so außen: Gedanken zur Sauberkeit...

Wie oft haben wir es schon gehört, außen hui und innen pfui.

Dieser Satz sagt eigentlich alles. Sauberkeit und damit auch Schönheit kommen von innen, und wenn sie nicht von innen kommen, dann kommen sie von nirgendwo.

Sauberkeit wird in der vedischen Literatur als Symptom der sattva guna, der Erscheinungsweise der Tugend beschrieben. In der Bhagavad-gita wird die grundsätzliche Wirkung dieser Erscheinungsweise erklärt:

"Die Erscheinungsweise der Tugend, die reiner ist als die anderen, ist erleuchtend, und sie befreit einen von allen sündhaften Reaktionen. Diejenigen, die sich in dieser Erscheinungsweise befinden, werden durch das Gefühl bedingt, glücklich zu sein und Wissen zu besitzen." (BG 14.6)

Die Erscheinungsweise der Tugend ist also nicht der Weisheit letzter Schluss, denn in der materiellen Welt gibt es keine ungetrübte Reinheit. Tugend wird immer mehr oder weniger von Leidenschaft und Unwissenheit verunreinigt. Die spirituelle Realität hingegen ist shuddha sattva, von unvermischter Reinheit. Aber in der materiellen Welt, in der wir uns gerade aufhalten, ist die Erscheinungsweise der Tugend ein Sprungbrett zur vollkommenen Reinheit der Transzendenz.

Es gibt verschiedene Ebenen der Sauberkeit...

  • die körperliche Ebene
  • die mentale Ebene
  • die intellektuelle Ebene
  • die spirituelle Ebene

Natürlich ließe sich jede dieser Ebenen weiter unterteilen, aber vorerst genügt uns diese grundsätzliche Gliederung. Lasst uns von oben beginnen...


Die Wurzel allen Übels...

Was ist die Wurzel aller Unsauberkeit?

So überraschend es vielleicht klingen mag, aber die Wurzel aller Unsauberkeit liegt in dem Umstand verborgen, dass wir uns mehr oder weniger von Gott abgewendet haben und nun unsere eigenen Wege gehen.

Gott ist unser intimster Freund.

In der Bhagavad-gita sagt Er persönlich: suhridam sarva-bhutanam; Ich bin der wohlmeinende Freund aller Lebewesen. Im Sanskrit gibt es viele verschiedene Begriffe für verschiedene Arten von Freundschaft. Aber suhridam bedeutet soviel wie "Herzensfreund".

Gott ist also unser Herzensfreund, und es ist das Wesen eines solchen Freundes, immer und überall das Wohl seiner Freunde (das sind wir!) im Sinn zu haben. Es gibt keine einzige Sekunde seit unvordenklichen Zeiten, in der Gott zuerst an Sein Wohl und erst dann an unseres gedacht hätte. Er denkt ununterbrochen seit Ewigkeiten an unser Wohl und an unser Glück.

Manchmal neigen wir dazu, undankbar zu sein. Wir weisen aus Dummheit und Unwissenheit Personen zurück, die tatsächlich unser Wohl im Auge haben. Wir wollen auf eigene Faust ins Unglück rennen. So haben wir auch Gott aus purer Unwissenheit und Willkür zurückgewiesen, und DAS war der Beginn aller Unsauberkeit.

Sobald wir unsere Beziehung zu Gott leugnen, wird unserer ursprünglichen und wirklichen spirituellen Identität das "falsche Ego", ahankara, übergestülpt. Die vorrangigste Wirkung dieses Umstandes wird im Shrimad Bhagavatam (SB 5.5.8) folgendermaßen geschildert: aham mameti, ich und mein...

Die erste aller Unsauberkeiten, die Urverunreinigung sozusagen, ist dieses "ich und mein".

"Ich bin der Mittelpunkt des Universums, alles ist dazu da, um mir zu dienen. Ich bin der Kontrollierende und Genießende."

Anders ausgedrückt: Die erste Verunreinigung des Lebewesens besteht in der Asozialität. Auch das Wort "Sünde" verweist auf diesen Umstand, stammt es doch von dem Verb "sondern, absondern".

Und dann geht's voll los. Diese erste Unreinheit gestaltet alle nachfolgenden Ebenen, die intellektuelle, die mentale und die verschiedenen grobstofflichen körperlichen Ebenen, wie etwa die ätherische, die energetische und schließlich die organische Ebene des Körpers.


Intellektuelle Unsauberkeit

Intellektuelle Unreinheit aufgrund des Einflusses der Erscheinungsweisen der Leidenschaft (raja) und Unwissenheit (tama) äußert sich im Wesentlichen darin, dass man Gott nicht als Person anerkennen kann.

Aufgrund unreiner intellektueller Schlußfolgerungen gelangt eine bestimmte Gruppe von Philosophen zur Überzeugung, Gott sei einfach nur Energie und besäße keine persönlichen Merkmale. Diese Schlussfolgerung ist unsinnig.

Ein weiteres Merkmal intellektueller Verunreinigung besteht darin, dass man nicht verstehen kann, dass die Person, die spirituelle Seele, völlig vom Körper verschieden ist. Das wird anschaulich in der Bhagavad-gita erklärt:

dehino 'smin yatha dehe
kaumaram yauvanam jara
tatha dehantara-praptir
dhiras tatra na muhyati

"So wie die Seele in diesem Körper fortgesetzt von Knabenzeit zu Jugend und zu Alter wandert, so geht die Seele beim Tod in ähnlicher Weise in einen anderen Körper ein. Ein besonnener Mensch wird durch einen solchen Wechsel nicht verwirrt." (BG 2.13)


Mentale Unsauberkeit

Die mentale Ebene ist die nächste, auf der sich die Auswirkungen der Bedeckung der spirituellen Seele durch das "unsaubere" falsche Ego manifestieren. Diese Auswirkungen werden in der vedischen Literatur als kama, krodha, lobha, moha, mada und matsarya beschrieben - Lust, Zorn, Gier, Illusion, Verrücktheit und Neid.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat festgestellt, dass die gewaltige Zunahme psychischer Erkrankungen die größte gesundheitliche Bedrohung für die Menschheit darstellt. Alle psychischen Erkrankungen lassen sich auf die sechs oben erwähnten Verunreinigungen des Geistes zurückführen.

Es gibt jede Menge Bücher, die die psychosomatischen Auswirkungen des Geistes auf den Körper behandeln, wie etwa das Buch "Krankheit als Weg" von Thorwald Dethlefson und Rüdiger Dalke, über das es in einer Kurzbeschreibung heißt:

"Thorwald Dethlefsen, einer holistisch-humanistischen Psychologie verpflichtet, und der Mediziner Rüdiger Dahlke zeigen mit diesem bahnbrechenden Werk einen Weg zum tieferen Begreifen von Krankheit. So geht es den Autoren darum zu zeigen, was Infektionen, Kopfschmerzen, Unfälle, Herz- und Magenschmerzen, aber auch die großen, nicht immer tabuisierten Leiden wie Krebs und Aids uns sagen wollen. Denn alle Symptome haben einen tieferen Sinn für unser Leben: Sie übermitteln uns wertvolle Botschaften aus dem seelischen (sprich mentalen oder geistigen; Anm. d. YogaMeisters) Bereich. Das Verständnis der verschiedenen Krankheitsbilder eröffnet jedem von uns einen neuen, besseren Weg, sich selbst zu finden."


Körperliche Unsauberkeit

Mentale Zustände sind hochkomplexe Muster verzerrter, ursprünglich rein spiritueller Gedanken, Gefühle und Wünsche. Diese Muster wiederum spielen eine essentielle Rolle in der Steuerung des grobstofflichen, sichtbaren Körpers. So wird etwa auf der energetischen Ebene die Funktion der Energiewirbel durch mentale Muster gesteuert. Diese Energiewirbel (Chakren) sind wiederum für den Metabolismus und nachfolgend für die Reinheit der Körpersäfte und den Aufbau der sichtbaren Körperstruktur verantwortlich.

Das bedeutet also, dass dem Ausbruch einer Krankheit auf der grobkörperlichen Ebene ein hochkomplexer Ablauf auf verschiedenen materiellen Manifestationsebenen vorangeht. Es wäre demnach völlig unsinnig, die Unterdrückung eines Symptoms als Heilung zu bezeichnen.

Tatsache ist, dass sich die Unsauberkeit des Systems genau so lange immer wieder und wieder Ausdruck verschaffen wird, bis die letztliche Ursache dieser Unsauberkeit (unsere asoziale Abwendung von unserem Ursprung) beseitigt worden ist. Insofern kann nicht nur in der modernen Schulmedizin, sondern auch bei mehr oder weniger allen alternativen Heilungsmethoden von einer bloßen Symptombehandlung gesprochen werden, wenn diese auch bei letztgenannten auf subtileren Ebenen erfolgt.

Die unmittelbare Auswirkungen der eingangs erwähnten Urverunreinigung, unserer Abwendung von Gott, nämlich janma-mrtyu-jara-vyadhi oder Geburt, Tod, Alter und Krankheit, können durch eine Symptombehandlung, gleichgültig auf welcher Ebene diese auch stattfindet, nicht überwunden werden.


Eine saubere Sache...

Entsprechend den verschiedenen Ebenen materieller Existenz gibt es verschiedene Ansätze zur Reinigung. Man kann in die Sauna gehen, um Abfallprodukte des Stoffwechsel auszuschwitzen, man kann seine Essgewohnheiten ändern oder eine Fastenkur durchführen.

Eine nachhaltigere Wirkung wird man sich von Energiearbeit erwarten können, und noch wirkungsvoller wird eine positive Änderung erstarrter Denk- und Fühlmuster mit sich bringen.

Dabei ist aber zu bemerken, dass eine Selbsttherapie mit zunehmender Feinheit der Ebene immer schwieriger wird. Es ist noch relativ einfach, eine Fastenkur durchzuführen oder seine Essgewohnheiten zu ändern. Destruktive Denkmuster aber sind zumeist so tief im Geist des modernen Menschen verwurzelt, dass er sie nicht einmal als solche erkennen, geschweige den ändern kann.

Wenn wir die Wurzel aller Verunreinigung betrachten, die Urverunreinigung, dann wird sofort und unmißverständlich klar, was den wirkungsvollsten Vorgang zur Beseitigung der Unsauberkeit quer durch alle Ebenen darstellt.

Wenn wir die Freundschaft der Höchsten Persönlichkeit Gottes wieder annehmen, dann wird diese grundsätzlichste aller Entscheidungen nachfolgend alle untergeordneten Ebenen durchdringen. Das heißt nicht, dass wir nicht parallel dazu uns um Reinigung unserer Existenz auf untergeordneten Ebenen bemühen sollten, aber ohne diese grundsätzliche Entscheidung machen alle untergeordneten Bemühungen nicht wirklich Sinn.

Das Sanskritwort mantra besteht aus zwei Teilen, manah und trayate. Manah bedeutet "Geist" und trayate heißt "befreien". Ein Mantra ist demnach eine Klangschwingung, die den Geist von Unsauberkeit (Lust, Zorn, Gier, Illusion, Arroganz und Neid) befreit.

In der vedischen Literatur wie der Kali-santarana Upanishad wurde deshalb bereits vor dem Beginn des Kali-Yuga (des Zeitalters des Streites und der Heuchelei), also vor mehr als fünftausend Jahren, festgestellt:

hare krishna hare krishna
krishna krishna hare hare
hare rama hare rama
rama rama hare hare

iti sodasakam namnam
kali-kalmasa-nasanam
natah parataropayah
sarva-vedesu drsyate

"Selbst nachdem man die gesamte vedische Literatur durchforscht hat, kann man keine erhabenere Methode der Religion für dieses Zeitalter finden als das Chanten (Singen, Sprechen) des Hare-Krishna-Mantra."

Der YogaMeister empfiehlt deshalb das regelmäßige Chanten dieses Mantra. Mehr Information dazu findest du unter www.yogabuch.com/krishna.html

Der YogaMeister hat leider den Mund zu voll genommen (wenn wir schon beim Essen sind), als er angekündigt hat, auch das Thema des Vegetarismus behandeln zu wollen.

Der Sauberkeitsbeitrag ist länger geworden als erwartet, und deshalb bittet der YogaMeister um Verständnis, dass der Vegetarismus erst in der nächsten Ausgabe des YogaMeister an die Reihe kommt. Das Kücheputzen war doch anstrengender als erwartet...

Liebe Leserin, lieber Leser! Herzlichen Dank für das Lesen dieser Ausgabe. Alles Gute und bis zum nächsten Mal!


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