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Liebst du dich? --> Der YogaMeister Nr.: #008
July 25, 2003
Hallo

Glück finden wir nur im Einklang mit den Gesetzen der Schöpfung. Aber seit langer, langer Zeit sind diese Gesetze in Vergessenheit geraten. Komm mit! Der YogaMeister führt dich in die Inneren Räume der Wirklichkeit. Dort offenbart er dir die zeitlosen Prinzipien des Lebens. Dort findest du alles Glück der Welt...

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25. Juli 2003 - Nr.: #008

INHALTSVERZEICHNIS...

  • Karfreitag
  • Die Krise
  • Das Buch
  • Zuflucht


Karfreitag...

Karfreitag: Ein Student in der Großstadt, knapp vor der Dissertation. Das Leben plätschtert dahin. Die eine Freundin ist schwanger. Die Eltern wissen nichts davon. Biertrinken und Boxen. Im Cafe Museum trinkt er Mineralwasser. Die auf Besuch weilende Urlaubsbekanntschaft gefällt ihm, aber wirklich neu ist das alles nicht. Was machen wir jetzt? Da fällt ihm ein: Karfreitag.

Ich gehe in die Kirche. Kommst du mit?

Komm, lass uns woanders hingehen!

Ich gehe in die Kirche.

Okay, wo treffen wir uns?

Um sieben beim Amerling...

Zu sich selber: Ich gehe in die Kirche am Karfreitag.

Das war immer so. Zu Hause ist er jeden Sonntag zur Kirche gegangen, im grünen Anzug. Erst war er Ministrant, später Lektor: Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus oder so ähnlich... Hauptsächlich ältere Semester beim Gottesdienst. Er und seine Geschwister, fünf an der Zahl, haben den Altersdurchschnitt ganz schön nach unten gedrückt während der sonntäglichen Frühmesse.

Später dann die Zweigleisigkeit, Gespaltenheit. Noch Restalkohol im Blut von einer anstrengenden Studienwoche, die stürmischen Zärtlichkeiten der Geliebten im Geist, jetzt bei alten Leuten in der dämmrigen Kirche, noch immer im grünen Anzug, Lesung aus dem Brief... Du sollst nicht Unkeuschheit treiben...

Von der christlich strengen Erziehung ist das christliche abgeblättert: zu dogmatisch, zu verzwickt, zu viele offene Fragen, zu wenig Verständnis für einen freitheitsliebenden jungen Mann. Der Respekt vor der Person Jesus aber ist geblieben.

Zu Ostern war es am schönsten. Der Gekreuzigte trat in den Hintergrund. Es war nämlich ein anderer Jesus erschienen, siegreich, triumphierend und stark. Er schwang eine Flagge in der Hand und zertrat einer Schlange den Kopf. Dieser Jesus gab ihm Zuversicht. Das war Freiheit, die von innen kommt.

Deshalb geht er jeden Karfreitag zur Kirche. Um diese innere Freiheit schon zu erspüren, bevor sie sich offensichtlich zeigt. Jeder Priester liest eine Rolle:

"Der Hohepriester fragte Jesus nach seinen Jüngern und nach seiner Lehre. Jesus gab ihm zur Antwort:

'Ich habe offen vor der Welt geredet. Ich habe stets in Synagogen und im Tempel gelehrt, wo alle Juden zusammenkommen, und habe nichts im Verborgenen geredet. Warum fragst du mich? Frage die, die gehört haben, was ich zu ihnen gesprochen habe. Die wissen doch, was ich gesagt habe.'

Bei diesen Worten schlug einer der Knechte, der dabeistand, Jesus ins Gesicht und sagte: 'So antwortest du dem Hohenpriester?'

Jesus entgegnete ihm: 'Habe ich unrecht gehandelt, so beweise das Unrecht; habe ich aber recht geredet, warum schlägst du mich?'"

Am Karfreitag nicht zur Kirche zu gehen und nicht diesen aristokratischen Stolz der Demut zu hören, das hätte bedeutet, dem Verrat an der höheren, edleren Natur der Schöpfung und des Menschen endgültig zum Opfer zu fallen. In seinen Handlungen war er ja selbst ein Verräter geworden. Aber soweit sollte es nicht kommen, sich im Nest des Verrats gemütlich einzurichten. Verrat an einer großen Persönlichkeit ist Verrat an sich selbst. Dafür war er sich zu schade.


Krise

Ein Söhnchen kommt zur Welt. Neue Verantwortung setzt den Fuss in die Tür.

Zu einem Freund hat er einige Jahre zuvor gesagt, auf dem Nachhauseweg nach einer ausgiebigen Zechtour, im Mondschein: "Ich würde gerne alle Fragen vergessen, die ihn mir brennen und so leben wie die meisten anderen, aber ich kann es nicht. Alles, was ich momentan tue, ist, aufzuschieben. Ich schiebe diese Fragen vor mir her. Ich kann sie nicht vergessen. Ich werden mich irgendwann stellen müssen."

Was ist Leben? Woher komme ich? Wohin gehe ich? Was ist Wahrheit? Gibt es einen Sinn, der in tiefstem Herzen zufrieden stellt? Warum existiere ich? Warum existiert das Universum? Gibt es Gott? Wie kann ich Ihn kennenlernen?

Das Ende eines Lebensabschnitts bringt meist Krisen mit sich. Er fährt nach Budapest und lebt eine Woche ganz allein in einer Wohnung, die ihm eine Freundin zur Verfügung stellt. Er liest "Zen oder die Kunst, ein Motorrad zu warten" und den Talmud. Einsame Spaziergänge auf der Margareteninsel. Zwei Dinge aus den Büchern bleiben im Gedächtnis: Eine Frau, die so keusch ist, dass selbst die Sonne ihr Haar nie erblickt. Sie gebiert starke und mächtige Söhne. Und: Die Meditation und das Gebet eines heiligen Mannes ist von solcher Macht, dass der Feind nicht in der Lage ist, die Stadt einzunehmen...

Zurück in Wien. Ich setze mich an den Schreibtisch. Jetzt ist der Augenblick gekommen. Nach 26 Jahren stelle ich mich allen Fragen. Also los: Was ist die Wirklichkeit? Während ich darüber nachdenke, dämmert mir, dass ich die Wirklichkeit nur aus meinem Blickwinkel sehen kann. Ich bin bedingt, konditioniert.

Also zuerst über meine Bedingtheit nachdenken. So denke ich jetzt mit meiner unvollkommenen Sichtweise über meine unvollkommene Sichtweise nach, damit ich diese eliminieren kann, um vollkommen über die Wirklichkeit nachdenken zu können. Ich begreife schnell: So funktioniert das nicht. Ich bin bedingt. Ich bin unvollkommen. Ich habe keinen Zutritt zur Wirklichkeit. Ich lebe gefangen in meiner eigenwilligen Interpretation.

Ich stehe wieder auf. Das ist wahrlich schnell gegangen. Darauf habe ich also 26 Jahre gewartet.


Das Buch

Im Wohnzimmer wird der Blick von einem Buch angezogen. Das war vorher noch nicht da. Die Mutter meines Söhnchens hat es während meiner Abwesenheit erworben: Srimad Bhagavatam, Zweiter Canto. Ich schlage das Buch auf: Zweiter Canto: Die kosmische Manifestation. Verlag: The Bhaktivedanta Book Trust, Vaduz.

Mein erste Assoziation beweist die Macht unbewusster gesellschaftlicher Konditionierung: Aha, Steuerparadies, Sekte.

Ich war aber intelligent genug weiterzulesen. Das Inhaltsverzeichnis schien meine Fragen zu kennen: "Der erste Schritt in der Erkenntnis Gottes."

Sehr direkt, unakademisch, unverblümt, real.

Dann "Der Hergang der Schöpfung", "Die Ursache aller Ursachen" und schließlich eine kühne, nüchterne, knappe Verheissung: "Das Bhagavatam ist die Antwort auf alle Fragen". Punktum. Da stand es.

Unter den einzelnen Kapitelüberschriften gab es kurze Textzusammenfassungen:

"Geschlechtslust bindet die bedingte Seele", "Keine vernichtende Zeit auf der transzendentalen Stufe", "Eine Beschreibung der Evolution", "Die Friedensformel". Ich schlug unter der Friedensformel nach:

"Die ganze Welt opfert Energie für die Verbesserung der Bildung, der sozialen Verhältnisse und der wirtschaftlichen Entwicklung und für Pläne zur allgemeinen Verbesserung der menschlichen Lebensbedingungen. Doch niemand denkt daran, für den Herrn Opfer darzubringen, wie es in der Bhagavad-gita geraten wird. Deshalb gibt es keinen Frieden auf der Welt. Wenn die Menschen Frieden auf der Welt wollen, müssen sie Opfer im Interesse des höchsten Besitzers und Freundes aller darbringen."

Alles war wissenschaftlich und logisch dargelegt. Kein Mensch kann durch eigene Bemühung die Fessel seiner Beschränktheit abstreifen. Niemand kann durch eigene Bemühung die Wahrheit erkennen. Aber die Wahrheit offenbart sich dem, der dazu bereit ist.

Dieser Vorgang des Wissenserwerbs stand in krassem Gegensatz zu meiner akademischen Ausbildung. Dort wird gelehrt, dass der forschende Wissenschaftler durch den induktiven - aufsteigenden - Vorgang des Denkens die Wahrheit erkennen kann. Aber das war mir immer verdächtig erschienen. Strenggenommen gibt es so viele wissenschaftliche Auffassungen wie es Wissenschaftler gibt. Sie scheinen nur in einem übereinzustimmen: Dass jeder von ihnen die Wahrheit gepachtet hat.

Es stellte sich natürlich die Frage, von WEM man nun hören sollte, um nicht ebenso betrogen zu werden wie die naiven Materialisten, die alles schlucken, was ihnen die Wissenschaft durch Presse und Fernsehen vorgaukelt. Schließlich ist überall die Rede von Seelenfängern, die es auf das Geld und den Besitz unschuldiger Bürger abgesehen haben. Im Srimad Bhagavatam hieß es nun, dass man von Gott oder seinem hundertprozentig loyalen Vertreter, dem reinen Gottgeweihten, hören sollte. Nun, das war klar und logisch. Wie aber feststellen, wer ein Betrüger und wer ein reiner Gottgeweihter ist? Ein intelligenter Mensch sollte zweifeln und nichts blind annehmen.

Aber auch auf diese Frage gab es eine klare Antwort: In Wahrheit können nur wir uns selbst betrügen. Niemand kann uns betrügen, wenn wir ihm nicht die Erlaubnis dazu geben. WIR entscheiden, ob wir die Wahrheit hören oder in unserem selbstfabrizierten Weltbild verharren wollen. Wenn wir uns für die Wahrheit entscheiden, kann niemand die Höchste Persönlichkeit Gottes, die Wahrheit in personam, daran hindern, sich uns zu offenbaren. Tatsächlich wünscht sich Gott nichts sehnlicher als das. Es heißt, dass Gott dem, der EINEN Schritt auf Ihn zugeht, hundert Schritte entgegenkommt. Niemand kann in diesem Vorgang intervenieren, denn Gott ist allmächtig.

Und wenn wir betrogen werden wollen, dann beauftragt die Höchste Person Ihre äußere, materielle Energie, um uns mit einer unendlichen Vielfalt illusorischer Weltanschauungen zu versorgen. Jeder ist dann stolz auf "seine Wirklichkeit" und fühlt den unwiderstehlichen Drang, diese zum Maß aller Dinge zu erheben. Deshalb ist jeder, der nicht direkt auf das Wort Gottes hört, ein Betrüger und sein erstes Opfer ist er selbst.

Ich war begeistert. Dieses Buch war nicht diplomatisch, nicht ausweichend, nicht aufschiebend wie alle anderen Philosophie-Bücher, die ich bislang gelesen hatte. Ich hatte auf der Universität Philosphievorlesungen besucht, um über das Geheimnis des Lebens aufgeklärt zu werden. Ich habe nur Verwirrung, hochtrabende, nichtssagende Worte und leere Versprechungen gefunden. DAS aber war real, direkt, autoritativ und entschieden. Klipp und klar. Wissen ohne Angst.


Zuflucht

Weil ich unbedingt alle anderen Bücher, die auf einer der ersten Seiten angeführt waren, ebenfalls so rasch als möglich lesen wollte, schrieb ich einen Brief an die im Buch angegebene Adresse.

Wochen, ja Monate vergingen. Keine Antwort.

Ich dachte mir: "Ich weiss nicht, ob dieses Buch gut ist oder nicht. Ich denke, es ist gut. Es ist logisch, ehrlich und beinhaltet eine wissenschaftlich fundierte Erkenntnistheorie. Ich kann keinen Fehler daran finden. Aber: Wer bin ich? Vielleicht ist alles nur Betrug?"

Und Lehrsätze der alleinseligmachenden Kirche stiegen in mir hoch: "Du bist auf dem Weg, ein Ketzer zu werden. Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater denn durch die katholische Kirche. Wenn du den Schoß deiner Mutter Kirche verläßt, verfällst du der ewigen Verdammnis."

Jesus war meine letzte und sicherste Zuflucht.

Zu ihm betete ich nun: "Dieses Buch ist zu mir gekommen. Ich bin nicht sicher, wer es geschickt hat. Ich denke, dass es ein wunderbares Buch ist. Ich möchte es nicht launenhaft zurückweisen. Aber ich habe nicht viel Wissen. Bitte hilf mir. Du bist der mächtige Sohn Gottes. Du kannst Wahrheit und Illusion unterscheiden. Bitte führe und leite mich. Ich lege mein Schicksal in deine Hände."

Einige Tage später erhielt ich alle anderen Bücher, alle elf restlichen Srimad Bhagavatam-Bände und die Bhagavad-gita.

Für mich war es ein eindeutiges Zeichen, denn ich wußte, dass ich aufrichtig war. Deshalb hatte ich keine Zweifel mehr. Ich begann, die Bücher acht Stunden am Tag zu lesen. Und die unverblümte Aussage aus dem Zweiten Canto dieses Werkes erwies sich mehr und mehr als unwiderrufliche Tatsache: "Das Srimad Bhagavatam ist die Antwort auf alle Fragen."

Heute, nach über 17 Jahren, lese ich die Bücher noch immer. Ich habe versucht, mein Leben nach diesen Büchern auszurichten. Ich habe dadurch eine Entwicklung erfahren, die mir, wenn ich zurücksehe, beinahe unglaublich erscheint. Mein Leben ist offener, liebevoller, selbstsicherer und sorgenfreier geworden. Ich fühle mich in sicheren Händen. Durch die Barmherzigkeit des Srimad Bhagavatam ist mein Leben voller Kreativität und Zuversicht.

Ich sehe es als meine vorrangigste Aufgabe, dieses Wissen weiterzugeben. Ohne Wissen über unsere ewige glückselige Natur gibt es kein Glück. In diesen Büchern finden wir alles Wissen, alles Glück und wir finden uns.

Es ist so einfach, glücklich zu werden.

Liebe Leserin, lieber Leser! Herzlichen Dank für das Lesen dieser Ausgabe. Alles Gute und bis zum nächsten Mal!


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