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Wissen ohne Liebe ist Dummheit! --> Der YogaMeister Nr.: #011
October 28, 2003
Hallo

Glück finden wir nur im Einklang mit den Gesetzen der Schöpfung. Aber seit langer, langer Zeit sind diese Gesetze in Vergessenheit geraten. Komm mit! Der YogaMeister führt dich in die Inneren Räume der Wirklichkeit. Dort offenbart er dir die zeitlosen Prinzipien des Lebens. Dort findest du alles Glück der Welt...

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27. Oktober 2003 - Nr.: #011

INHALTSVERZEICHNIS...

  • Das Wort Gottes zu hören ist Yoga in Perfektion...
  • Das Paradigma echter Wissenschaft: Nur der Liebende hat Wissen...
  • Die Vollkommenheit des Yoga: Bhakti
  • Wer Ohren hat, der höre...
  • Wem glaubst DU?


Das Wort Gottes zu hören ist Yoga in Perfektion...


Liebe Leserin, lieber Leser!

Die letzten beiden Ausgaben des Yogameister hatten eine grundlegende Auseinandersetzung mit der Bhagavad-gita (oder jedem anderen Werk, das beansprucht, eine offenbarte Schrift zu sein) zum Inhalt, besonders aus erkenntnistheoretischer Sicht. Wir haben festgestellt, dass unsere eigene Erkenntnisfähigkeit sehr begrenzt ist, gefärbt und eingeengt durch die materiellen Denkmuster, die jeder von uns mit sich herumträgt.

Wir haben aber auch vom glorreichen Ausweg aus diesem Dilemma gehört, der da lautet:

Der aufrichtige Wunsch nach Erkenntnis, der die Höchste Persönlichkeit Gottes veranlasst, den Schleier der Unwissenheit von uns zu nehmen, wodurch vollkommenes Wissen möglich wird.

Der oft gehörte Slogan "Niemand kann es wissen" ist also eine überholte Aussage. Wir bedingten Lebewesen mögen nicht wissen, was es mit der Welt und der gesamten Existenz tatsächlich auf sich hat, aber der Ursprung der Existenz weiß es, ebenso wie ein Ingenieur das Wesen und die Funktionsweise einer Maschine kennt, die er selbst konstruiert und unter seiner Aufsicht bauen lassen hat.

Überdies ist die Aussage "Niemand kann es wissen" selbst bereits wieder Ausdruck eines Anspruchs auf vollkommenes Wissen und steht deshalb in direktem Widerspruch zu sich selbst. Wenn es die Wahrheit ist, dass niemand die Wahrheit wissen kann, dann kann niemand wissen, dass niemand die Wahrheit wissen kann. Ist ja ganz einfach :-)

Wenn wir es tatsächlich ernst mit dem Erwerb von Wissen meinen, führt kein Weg am Wort Gottes vorbei. Es ist in der Tat die einzige Möglichkeit sowohl zu allumfassendem Wissen als auch zur praktischen Umsetzung dieses Wissens ins eigene Leben. Yoga in Vollkommenheit bedeutet, dem Wort Gottes mit voller Aufmerksamkeit Gehör zu schenken.

Tatsächlich gipfeln alle Arten mechanischen Yogas - sogenannte Yogatechniken - im Hören über die Höchste Person, denn allein dieses Hören ermöglicht es, eine persönliche Beziehung zur Höchsten Wahrheit herzustellen. Die höchste Wahrheit kann ausschließlich durch eine persönliche dienende Beziehung erkannt werden.

Das bedeutet nun nicht, dass andere Teile des Yoga-Vorgangs (hatha yoga, ashtanga yoga, sankhya yoga etc.) falsch oder unautorisiert wären. Es handelt sich bei diesen Vorgängen um vorbereitende Maßnahmen. Alle mechanischen Yogatechniken wie Sitzübungen (asana), Atemtechniken (pranayama), Sinnes- und Gedankenkontrolle (pratyahara), Meditation (dharana) usf. sind erstens überaus schwer durchzuführen und müssen zweitens in den spirituellen, persönlichen und unmittelbaren Weg des Bhakti-yoga münden, um ein dauerhaftes Ergebnis zu bringen.


Das Paradigma echter Wissenschaft: Nur der Liebende hat Wissen...


Das folgende praktische Beispiel verdeutlicht die herausragende Stellung von Bhakti-yoga:

Unserer Hauptperson ist eine attraktive Frau. Es könnte ebenso gut ein Mann sein. Diese junge Frau, die ein unfreiwilliges Single-Dasein führt, ist zu einer Riesenparty eingeladen. Die Hoffnung, dort einen geeigneten Partner kennenzulernen, ist groß. Schon am Nachmittag beginnt sie mit der Vorbereitung. Nein, eigentlich hat die Vorbereitung schon vor Monaten, ja vielleicht schon vor Jahren begonnen. Da wurde immer wieder gehungert, um die Linie schlank zu halten, im Fitness-Studio geschwitzt, im Sonnenstudio gelegen, gejoggt, gecremt und geschwitzt.

An diesem Nachmittag wird ein Schönheitsbad genommen, Beine rasiert, einmassiert, beduftet, gefönt, gestylt und geschminkt. Sorgfältig wird die passende Kleidung ausgewählt. Schließlich, nach intensiver Vorbereitung, setzt sich unsere Heldin in ihren Wagen, um sich zum Ort des Geschehens zu begeben.

Und, was tut sie dort? Sie hat sich still in eine Ecke zurückgezogen! Dort sitzt sie nun und schaut. Es sieht beinahe so aus, als würde sie meditieren.

Nach langer Zeit kommt jemand und fragt höflich, ob er sich zu ihr setzen dürfe. Unsere Protagonistin würdigt ihn jedoch keines Blickes. Während das Gegenüber ernsthaft bemüht ist, ein Gespräch in Gang zu bringen, vertraut sie auf ihren gebräunten, wohlproportionierten Körper, den betörenden Duft ihres Eau de Toilette, der attraktiven Garderobe und der kunstvollen Frisur.

Wozu reden? Schließlich hat sie sich ausführlichst auf diesen Augenblick vorbereitet. Alles ist perfekt. Die Leute werfen ihr bewundernde oder gar begehrliche Blicke zu. Aber keiner hat sich mehr zu ihr gesetzt. Lange nach Mitternacht ist sie nach Hause gefahren. Schön, perfekt und einsam.

Ein Bad zu nehmen, schöne Kleider anzulegen... Das mag zweifellos hilfreich sein, um zu jemandem eine Beziehung herzustellen. Aber es handelt sich doch bloß um vorbereitende Maßnahmen. Man kann niemanden kennenlernen, nur weil man gebadet ist und sich schick gekleidet hat.

DAS ist Hatha-Yoga: Viel Vorbereitung, ein gestählter, gesunder Körper, ein scharfer Geist, aber als Ergebnis in jedem Fall Einsamkeit und Frustration. Thema verfehlt.


Die Vollkommenheit des Yoga: Bhakti


Die absolute Wahrheit, die Höchste Persönlichkeit Gottes, kann durch mechanischen Yoga, durch spirituelle Techniken oder religöse Rituale niemals erkannt werden. Nur wenn man mit Ihr in einen Austausch des liebevollen Gebens und Nehmens eintritt, kann man Ihn erkennen.

Diese Feststellung wird in der Bhagavad-gita bestätigt. Die Höchste Persönlichkeit Gottes sagt dort zu Ihrem Freund Arjuna:

"Ein yogi ist größer als ein Asket, größer als ein Empiriker und größer als ein fruchtbringender Arbeiter. Deshalb, o Arjuna, sei unter allen Umständen ein yogi. Und von allen yogis ist derjenige, der großen Glauben besitzt und immer in Mir weilt, immer an Mich denkt und mir transzendentalen liebevollen Dienst darbringt, am engsten mit Mir in yoga vereint, und er ist der höchste von allen. Das ist meine Meinung." (Bhagavad-gita, 6.46-47)

Das ist selbst bei einem ganz gewöhnlichen Menschen nicht anders. Wenn wir jemand kennenlernen wollen, ist dies nur möglich, wenn diese Person dazu bereit ist und sich uns offenbart. Das ist die unüberwindliche Macht selbst eines gewöhnlichen Menschen. Er verfügt darüber, wem er sich offenbaren will und wem nicht. Selbst mit der größten Armee können wir nicht in das Herz einer Person eindringen, wenn diese nicht dazu bereit ist. Gewalt ist hier völlig fehl am Platz.

Oder glaubst du, liebe Leserin, lieber Leser, dass man eine Person wirklich verstehen kann, indem man den Körper dieser Person im Labor untersucht, analysiert, seziert? Dass man so gewaltsam das Geheimnis des Lebens lüften kann?

"Das ist doch eine Binsenweisheit", kann man manchmal den Einwand hören. Aber warum beruht dann das gesamte Weltbild der modernen Gesellschaft auf dieser Annahme? Warum gründet sich die ganze moderne Wissenschaft auf diesem Dogma?

Was jeder mit ein paar Gramm Hausverstand als unsinnig und fruchtlos klassifizieren kann, bildet das Grunddogma unserer modernen naturwissenschaftlichen Weltanschauung. Und die meisten bemerken es nicht einmal...

Ohne liebevolle Beziehung kann man nichts wirklich und tief verstehen, absolut gar nichts: weder Steine, noch Pflanzen, noch Tiere, noch Menschen, geschweige denn Gott!

Ohne Hingabe gibt es keine Beziehung. Ohne Beziehung gibt es keine Erkenntnis...

Bhakti-yoga ist der direkte Weg zur Erkenntnis der absoluten Wahrheit, weil es der einzige Vorgang ist, der unmittelbar eine Beziehung zur absoluten Wahrheit herstellt. Wäre Gott ein stummer Stein, könnten wir Ihn vielleicht im Labor analysieren und danach sagen: "So und so ist Gott". Aber weil Gott eine Person ist - ebenso wie wir Personen sind - kann man Ihn weder im Labor der Wissenschaft noch im Labor der Philosophie kennenlernen. Man kann Ihn ausschließlich kennenlernen, wenn Er sich aufgrund des liebevollen, hingebungsvollen Dienstes Seines Geweihten offenbart.

Das wird in der Bhagavad-gita (18.55) bestätigt:

bhaktya mam abhijanati
yavan yas casmi tattvatah
tato mam tattvato jnatva
visate tad-anantara

"Nur durch hingebungsvollen Dienst kann man Mich so, wie Ich bin, als die Höchste Persönlichkeit Gottes, erkennen. Und wenn man sich durch solche Hingabe vollkommen über Mich bewusst ist, kann man in das Königreich Gottes eingehen."


Wer Ohren hat, der höre...


Der Vorgang des Hörens, im Sanskrit sravanam genannt, wird in der vedischen Literatur als der wichtigste aller Yoga-Vorgänge zur Selbstverwirklichung und Gotteserkenntnis gepriesen. Sravanam, Hören, ist der Beginn und die Essenz in der Praxis des Bhakti-yoga. Üblicherweise denken wir bei Yoga an Atemübungen und körperliche Gymnastik, aber das vedische Wissen belehrt uns eines besseren.

"Gottgeweihte fühlen sich im allgemeinen zu den Erzählungen über die Spiele der Höchsten Persönlichkeit Gottes hingezogen, und obwohl sie keine Entsagungen auf sich nehmen oder sich strenger Meditation unterziehen, wird sie dieser Vorgang, aufmerksam über die Spiele des Herrn zu hören (oder den Worten des Herrn zu lauschen) mit unzähligen Vorteilen überhäufen, wie etwa Reichtum, Ruhm, ein langes Leben und andere wünschenswerte Ziele des Lebens. Wenn jemand einfach fortfährt, das Shrimad Bhagavatam oder die Bhagavad-gita zu hören und zu lesen, wird er mit Sicherheit am Ende seines Lebens zum ewigen transzendentalen Reich des Herrn gelangen. Auf diese Weise sind diejenigen, die diese Bücher hören und lesen, in jeder Hinsicht begünstigt, sowohl in der spirituellen Welt als auch für die Zeit, die sie sich in der materiellen Welt aufhalten." (Srimad Bhagavatam, 3.19, Erläuterung)

Das Wort Gottes findet man in Seinen offenbarten Schriften. Es erschöpft sich nicht in intellektuellem Wissen, das über das Medium der Intelligenz das Wesen der Wirklichkeit beschreibt. Das Wort Gottes IST unmittelbar Wissen, weshalb man vom Hören und Lesen der Worte Gottes gleichermaßen profitiert, ob man sie nun sofort versteht oder nicht.

"Selbst wenn man kein einziges Wort der Mantras des Shrimad Bhagavatam versteht, wohnt diesen Klangschwingungen eine derartige Macht inne, dass man gereinigt wird, indem man sie einfach chantet und liest." (Lehren der Köngin Kunti, Kap.5)

Weil das Wort Gottes direkt unser Bewusstsein reinigt, führt es nicht nur zum Erwachen der Intelligenz, sondern zu unmittelbarer Realisation der Wirklichkeit, so wie sie ist. Das Wort Gottes IST Wirklichkeit, und Gemeinschaft mit der Wirklichkeit durch das Wort Gottes belebt unsere ursprünglichen spirituellen Sinne, mit der wir diese Wirklichkeit der Ewigkeit, des vollkommenen Wissen und der vollkommenen Glückseligkeit direkt erleben können.


Wem glaubst DU?


Es ist unsere Entscheidung. Wir bestimmen jeden Augenblick, wem wir Glauben schenken. Es untersteht völlig unserer Kontrolle. DAS ist unsere Freiheit: Die Freiheit zu entscheiden, wem wir Glauben schenken wollen.

Diejenigen, die verstehen können, dass das Wort Gottes die Aussagen weltlicher Persönlichkeiten in jeder Hinsicht übertrifft, werden aus der Bhagavad-gita unbegrenztes Wissen schöpfen können.

Im Jahr 1971 besuchte Srila Prabhupada, der Übersetzer der weltberühmten Ausgabe der Bhagavad-gita wie sie ist, die russische Hauptstadt Moskau und traf dort unter anderem mit Professor Kotovsky, dem Direktor des Instituts für Indologie und Südasiatische Studien, zusammen. Srila Prabhupada berichtete später oft über diese Begegnung, und auch während eines Gespräches im Jänner 1977 bezog er sich darauf.

"Ich habe diesen Professor Kotovsky gefragt: 'Du glaubst an Lenin, wir glauben an Krishna. Worin liegt nun der Unterschied zwischen unseren Philosophien?' Nun muss beurteilt werden, ob Lenin Recht hat oder ob Krishna Recht hat. Das ist etwas anderes. Aber das Prinzip ist das gleiche. 'Du glaubst an Lenin; wir glauben an Krishna. Der Vorgang ist der selbe. Worin besteht also euer Fortschritt?'"

Srila Prabhupada erklärte weiter: "Egal, ob Fernsehen oder Mensch oder Zeitung - ihr glaubt anderen. Ihr seid nicht persönlich dabei gewesen (in diesem Fall die Mondlandung, Anm. d. Verf.). Ihr glaubt also an eine Autorität. Auch wir glauben an eine Autorität. Was ist der Unterschied? Ihr nehmt die Zeitung als Autorität und wir nehmen die vedische Literatur als Autorität. Wo ist der Unterschied? Persönlich wart ihr nicht dabei. Warum glaubt ihr es also? Ihr glaubt jemandem und wir glauben jemandem..."

Der ganze als Erkenntnistheorie bekannte Teilbereich der Philosophie lässt sich also in drei Wörtern zusammenfassen:

"Wem glauben wir?"

Dem Fernsehen, der Zeitung, den Politikern und Wissenschaftlern, unseren Eltern, den Lehrern, der Werbung, unseren Sinnen, unserem Geist (Verstand), unserer Intelligenz... oder den Offenbarungen der Höchsten Persönlichkeit Gottes?

"Dass diesem zentralen Werk indisch-vedischer Literatur der Weg geebnet worden ist zu suchenden Menschen unserer westlichen Kultur, ist zweifelsohne der vorliegenden hervorragenden Übersetzung zu verdanken. Sie ist nicht bloß philologisch exakt, sondern getragen von der Verbundenheit des Übersetzers mit der Botschaft der Bhagavad-gita selber und seiner gleichzeitigen Vertrautheit mit den Problemen verunsicherter Menschen unseres Lebensraumes. So kann in diesem Buch Antwort und Richtung finden, wer auch immer sich auf die Suche begeben hat nach den wahren Werten, der einen Wahrheit, bzw. dem einen Gott, welcher sich eben nur dem offenbart, der sich Ihm bedingungslos und ohne jede Berechnung hingibt."

Pfarrer Rudolf Hoehener, Turbenthal, Zürich


Ein ernstgemeinter Rat:

Liebe Leserin, lieber Leser!

Wenn du erkennen oder erahnen kannst, von welch zentraler Bedeutung diese Themen für dein persönliches Leben sind, handle bitte JETZT. "Morgen" oder "das nächste Mal" ist ein Zustand chronischer Lähmung.

Morgen ist ewig morgen und das nächste Mal ist immer das nächste Mal. Viele, viele Menschen haben so ihr Leben verdorben und es zum Zeitpunkt ihres Todes bitter bereut.

Bitte warte nicht, bis es zu spät ist. Nimm JETZT dein Leben SELBST in die Hand. Du bist es dir wert.


Alles Gute und bis zum nächsten Mal!


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