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Körperlichen Beziehungen sind nicht real...

Kavaca Horoskop

Wer spirituelles Wissen praktisch verwirklicht hat, ist wahrhaft im Yoga verankert.

Es hat keinen Wert, ständig an Yoga-Kursen teilzunehmen, wenn man genauso weiterlebt wie zuvor. Es muß sich praktische Verwirklichung einstellen. Und woran erkennt man diese? Der Geist wird ruhig und ausgeglichen sein und nicht mehr von der Anziehungskraft der materiellen Welt beeinflusst werden. Auf dieser Stufe der Selbstbeherrschung fühlt man sich nicht mehr zum materiellen Flimmern hingezogen, und man sieht alles - ob Kies, Steine oder Gold - als gleich an. In der materialistischen Zivilisation werden im Namen des materiellen Fortschritts zahllose Produkte erzeugt, die nur der Sinnenbefriedigung dienen; wer aber im Yoga fortgeschritten ist, misst solchen Produkten nicht mehr Wert bei als dem Abfall auf der Straße. Des weiteren erklärt die Bhagavad-gita:

suhrn-mitrary-udasma-
madhyastha-dvesya-bandhusu
sadhusv api ca papesu
sama-buddhir visisyate

"Als noch weiter fortgeschritten gilt derjenige, der aufrichtige Gönner, zugeneigte Wohltäter, Neutralgesinnte, Vermittler und Neider, Freunde und Feinde sowie die Frommen und die Sünder alle mit gleicher Geisteshaltung sieht." (Bg. 6.9)

Es gibt verschiedene Arten von Freunden: den suhrit, der von Natur aus ein Wohltäter ist und einem immer nur das Beste wünscht; den mitra, einen gewöhnlichen Freund, und den udasina, der neutral gesinnt ist. In der materiellen Welt tritt der eine als unser Wohltäter oder Freund auf, und ein anderer ist uns weder freundlich noch feindlich, sondern neutral gesinnt. Der eine kann als Vermittler zwischen uns und unseren Feinden dienen, was im obigen Vers als madhya-stha bezeichnet wird, und ein anderer mag uns entsprechend unseren eigenen Maßstäben fromm oder sündhaft erscheinen.

Doch für jemanden, der in der Transzendenz verankert ist, hören diese Unterscheidungen wie Freund und Feind auf zu existieren. Wer wahres Wissen besitzt, sieht niemanden mehr als Feind oder Freund, denn er hat erkannt, dass in Wirklichkeit niemand "mein Feind", "mein Freund", "mein Vater" oder "meine Mutter" ist. Wir alle sind Lebewesen, die in einem Vater-, Mutter-, Kind-, Freund-, Feind-, Sünder- oder Heiligenkostüm auf einer Bühne auftreten, vergleichbar mit einem monumentalen Bühnenstück, in dem verschiedenste Personen ihre Rolle spielen.

Auf der Bühne kann jemand die Rolle eines Feindes spielen, aber wenn die Schauspieler die Bühne verlassen, sind sie allesamt Freunde. Ebenso spielen wir auf der Bühne der materiellen Natur mit unserem Körper vielerlei Rollen und versehen uns gegenseitig mit vielerlei Bezeichnungen.

Ich mag denken: "Dies ist mein Sohn", aber in Wirklichkeit ist es mir nicht möglich, einen Sohn zu zeugen; ich kann höchstens einen Körper zeugen. Es liegt nicht in der Macht des Menschen, ein Lebewesen zu zeugen. Bloß durch Geschlechtsverkehr kann kein Lebewesen gezeugt werden. Damit ein Kind entstehen kann, muß erst das Lebewesen in die Verbindung von Samen- und Eizelle hineinversetzt werden. So lautet die Aussage des Shrimad-Bhagavatam.

Die verschiedenen Beziehungen zwischen Körpern sind also nur ein Rollenspiel auf einer Bühne. Wer jedoch tatsächlich selbstverwirklicht ist und die Stufe des Yoga erreicht hat, sieht diese körperlichen Unterschiede nicht mehr.